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Die Baustelle, auf der der 19-jährige Stuckateur-Azubi Marcus zur Zeit arbeitet, ist eine
Trockenbaustelle. Wer nun meint, dass eine Baustelle so heisst, weil es draussen gerade
nicht regnet, der liegt falsch mit dieser Ansicht. Marcus ist mit der Herstellung von
Trockenbaukonstruktionen beschäftigt. Nachdem die Dämmmassnahmen für Wände und
Dach schon abgeschlossen sind, wird die Konstruktion für die Innenwände hergestellt.
Dies erfolgt mit Winkelblechen, die sehr stabil sind und mit Boden und Dachkonstruktion
fest verschraubt werden. Die spätere Raumaufteilung wird schnell sichtbar. Auf die senkrecht
angebrachten Bleche werden quer zur Konstruktion dann die in einheitlicher Größe
angelieferten Gipsplatten verschraubt. Zügig und routiniert führt Marcus diese Arbeiten
gerade aus. Hin und wieder gibt es auch knifflige und verwinkelte Stellen, wo das
Anbringen der Verstrebung nicht ganz einfach ist. Dann muss exakt mit der Blechschere
geschnitten werden oder aus den Gipsplatten mit dem Gipsermesser eine bestimmte
Größe herausgeschnitten und eingepasst werden. Das Verschrauben mit dem Akku-
Schrauber geht schnell, der Azubi im 3. Lehrjahr hat schon einen geübten Blick dafür, in
welchem Abstand die Verschraubungen erfolgen müssen. Trockenbau heisst also nichts
anderes, als dass „trockenes“ Material, also Gipsplatten verarbeitet werden.
Für Marcus stand schon früh fest, den Beruf des Stuckateur erlernen zu wollen. Der
Realschüler hat bereits während der Schulzeit gezielt das richtige Praktikum gemacht
und so schon die Weichen gestellt für den späteren Ausbildungswunsch. Seine
Lieblingsfächer in der in der Schule waren Baustoffkunde und Geschichte. Und die Eins,
die er in diesem Fach beim Realschulabschluss bekam, war so kein Zufall. Schliesslich
hat auch der Stuckateurberuf selbst eine lange Geschichtstradition, man denke da nur an
die Säulen- und Gebäudeverzierungen schon in Zeiten der Griechen und Römer. Und es
gibt jede Menge Restaurateure, die alte Stuckprofile in und an historischen Gebäuden
erhalten und sanieren. Auch Marcus will sich später vom Stuckateur zum Restaurator
weiterbilden.
Die Zwischenprüfung zum Stuckateur hat Marcus locker hinter sich gebracht und somit
automatisch den Abschluss Ausbaufacharbeiter erreicht. Er erinnert sich, dass zwei
Nassputzwände mit Gipsputz aufgezogen werden mussten, die eine Wand gefilzt, die
andere geglättet. In der Mitte musste ein Rohrkasten aus Rippenstreckmetall gebaut werden.
Zusätzlich war der Bau einer Pyramide aus Gipskarton verlangt.
Der Stuckateur-Azubi erklärt uns dann auch nochmals, was denn nun der Unterschied
zwischen Trockenputz und Nassputz ist. Beim Nassputz wird Gips oder Mörtel an die
Wand aufgebracht und verziert, beim Trockenputz werden Gipskartonplatten geklebt.
Auch die früheren Berufsbezeichnungen Gipser, Putzer oder Verputzer geben Auskunft
über Teile der Arbeiten eines Stuckateurs.
Neben dem üblichen Besuch der Berufsschule erhält Marcus zusätzlich Überbetriebliche
Ausbildung. Im ersten Lehrjahr sind das 12 Wochen, im zweiten Lehrjahr dann 11 und im
Dritten noch 4 Wochen. Die ÜBA findet als Block statt, das heisst, Marcus wohnt während
dieser zeit in einem angegliederten Internat und wird dort auch verpflegt. Kosten entstehen
ihm dadurch keine. Allzuoft ist der Auszubildende also nicht im Betrieb. Trotzdem
verdient er mit 1086 EUR brutto im dritten Lehrjahr ganz ordentlich.
Die Ausbildung insgesamt dauert drei Jahre und es gibt auch in diesem Beruf, wie in
anderen Handwerksberufen auch, hervorragende Weiterbildungsmöglichkeiten und gute
Aufstiegschancen.
Mehr über Marcus und seine Arbeit als Stuckateur-Azubi kannst Du erfahren, wenn Du
die zwei mp3-Dateien anhörst!
Die Audiodaten sind im MP3-Format
abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt
man einen MP3 fähigen Player den Du hier runterladen
kannst.
Lieblingsfach Geschichte, Berufsausbildung Stuckateur
Marcus´ Werkzeugkunde
Wir bedanken uns beim Ausbildungsbetrieb

Sauter GmbH
Carl-Benz-Str. 8
78224 Singen
www.sauter-putz-stuck.de
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