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Zum Metallbau hat es den inzwischen 32-jährigen Auszubildenden im 2. Lehrjahr mehrfach
hin- aber auch wieder weggezogen. Nachdem er vor 10 Jahren schon mal eine
Ausbildung zum Metallbauer angefangen, aber aus privaten Gründen nicht beenden
konnte, hat er mit Unterstützung der Arbeitsagentur den Weg zum Neuanfang doch noch
geschafft. Und mit der Schlosserei Böhler hat der inzwischen stolze Vater auch einen
Betrieb gefunden, der für seine Situation Verständnis hat. Eine geradlinige Handwerker-
Karriere kann Adolf also nicht vorweisen, aber die Erfahrungen aus seiner ersten
Ausbildungszeit und die Erfahrungen, die er anschliessend durch verschiedene Baujobs
gesammelt hat, machen ihn zu einem Azubi, dem man nicht mehr sagen muss, was
„Hinlangen“ bedeutet.
„Man kann mit Metall alles machen“ und „Metalle sind sehr vielfältig in ihren
Eigenschaften und in ihrem Wert“. So jedenfalls schwärmt der Metallbauer-Azubi von seinem
Material, mit dem er täglich zu tun hat. Vom Baustahl, Schiffsstahl, Schwingstahl
und Federstahl bis hin zu seiner veredelten Form, dem Edelmetall, es gibt einfach alles
und man kann vieles machen. Stahltreppen aller Art, auch Wendeltreppen, Fenster,
Türen und Tore, Vordächer und andere mögliche Verdachungen, Zäune verschiedenster
Art, Metall im Bereich Sicherheitstechnik und auch Möbel. Metallmöbel heissen die dann
aber nicht, sondern Designermöbel.
So unterschiedlich die Einsatzmöglichkeiten von Metall-Erzeugnissen sind, so unterschiedlich
kann auch die Art und Weise der Bearbeitung sein. Alle Arten von Verformen
sind denkbar, ebenso biegen, schweissen, schmieden, stanzen, schleifen, bürsten, polieren
und sogar beizen.
Adolf zeigt uns ein sehr praktisches Einsatzgebiet von Stahl, welches im Krankenhaus
zum Einsatz kommt. Damit die Liegebetten und Rollstühle, die immer wieder an allen
möglichen Kanten anstossen, diese nicht dauernd beschädigen, wird ein sogenannter
Eck-Kantenschutz angebracht.
Dazu wird ein VA-Blech aus nicht rostendem Edelstahl auf 100 mm abgeschnitten. Dies
erfolgt an einer Schlagschermaschine, die Schutzfolie, die sich noch auf dem Metall
befindet, wird vorher nicht abgezogen. Dies wird gemacht, um das Edelmetall vor
Stössen und Schlägen während der Bearbeitung zu schützen. Nach der üblichen
Kontrollmessung mit dem Zollstock nimmt Adolf einen Parallelreisserzur Hand. Mit diesem
Werkzeug wird der spätere Biegepunkt angerissen. Und weiter gehts zur
Biegemaschine. Das Werkstück wird eingelegt, angepresst, nochmals nachgemessen
und dann hebt sich der vordere Tisch der Maschine nach vorne und biegt das Metall, wie
wenn es butterweich wäre. Mit dem Gummihammer muss noch ein wenig manuell korrigiert
werden, dies hat das geübte Metallbauer-Auge sofort erkannt. Das VA-Blech hat
nun schon seine spätere Form.
An der Stanzmaschine werden aber noch die vier Kanten rund abgestanzt. Dies beugt
einer eventuellen späteren Verletzungsgefahr nach der Montage vor. Dieser
Stanzvorgang verursacht sogenannte Gräten, die dann noch an der grossen
Bandschleifmaschine abgeschliffen werden müssen. Auch hier sieht man, wieviel Übung
Adolf hat. Geschickt manövriert er das Werkstück über das laufende Schleifband und
schmunzelt bei der Aussage, dass es wohl besser sei, wenn er sich eventuell am
Metallstück schneide und nicht der Kunde. Aber das wird nicht passieren, die manuelle
Prüfung stellt fest: Auftrag erledigt, das Metall ist an seinen Kanten gratfrei und wenn
man öfters drüberfährt mag man fast schon sagen: Metall lebt doch!
Mehr über Adolf und seine Arbeit als Metallbauer-Azubi kannst Du erfahren, wenn Du die
mp3-Datei anhörst!
Die Audiodaten sind im MP3-Format
abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt
man einen MP3 fähigen Player den Du hier runterladen
kannst.
Wie ein Eck-Kantenschutz entsteht
Wir bedanken uns beim Ausbildungsbetrieb

Kunst+Bauschlosserei Stahlbau Böhler
Inh. Andreas Böhler
Schützenstrasse 40
78462 Konstanz
http://www.boehler-schlosserei.de
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