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Der 19-jährige Auszubildende Timo fertigt gerade ein Rohr aus Kupferblech mit 10 cm
Durchmesser an. Dazu nimmt er zuallererst den Taschenrechner zur Hand und rechnet
den Zuschnitt und die entsprechende Falzzugabe aus. Denn auch in diesem
Handwerksberuf steht das Denken vor dem Tun. Mit der Durchlaufschere wird entlang
der vorher angebrachten Schneidelinie das später zu bearbeitende Blechteil von der
Kupferblechrolle geschnitten.
Das Blechstück muss genau im Winkel geschnitten werden, damit es später dann auch
passt. Dies geschieht an der Schlagschere-Maschine. Für kompliziertere Aufgaben ist
diese Maschine programmierbar, für das Schneiden in einen rechten Winkel braucht Timo
aber kein Programm, er legt das Kupferblech einfach mit der rechten Kante an und gibt
ein wenig Material-Zuschuss. Mit dem Fusspedal löst er den Blechschnitt aus. Als nächstes
werden die Falzkanten aufgebogen. Dies erfolgt an einer manuellen Biegemaschine.
Nach dem Arbeitsschritt „Biegen“ erfolgt das „Runden“, ebenfalls an einer manuell zu
bedienenden Maschine. Das Blech wird durch Walzen geschoben, und nach mehreren
Durchgängen nimmt es eine immer rundere Form an, bis schliesslich die beiden Enden
sich fast zusammenfügen. Bevor es dann an der Sickemaschine zusammen gepresst
wird, muss das inzwischen runde Blech noch mit einem Holzhammer fixiert werden,
damit das Blech in der „Sicke“ nicht plötzlich auseinander klafft. Dazu nimmt der
Klempner-Azubi Timo das Rundbech fest in die Hand und während er es fast spielerisch
über den Amboss dreht, wird es mit dem Holzhammer mit gut gezielten Schlägen an den
Kanten zusammengefügt. So schallt ein typisches Klempner-Geräusch durch die
Werkhalle.
An der Sickemaschine wird das Blech dann endgültig zusammengepresst. Dazu wird das
Blech angelgt, es wird eingezogen und der Pressvorgang erfolgt. Das Blechrohr ist fertig,
Timo wird danach mit dem Körnerhammer noch drei Körnerpunkte am Falz schlagen.
Und dann sind die beiden Falze endgültig verfestigt.
Timo wollte schon immer einen Beruf im Metallhandwerk erlernen. Obwohl die
Ausbildungsplatzsuche sich trotz Realschulabschluss schwierig gestaltete, blieb er weiter
dran und auch seine Eltern unterstützten ihn bei der Suche. Die Firma Schächtle, in der
Timo jetzt seine Ausbildung zum Klempner macht, hatte Tag der offenen Tür. Timos
Eltern erfuhren davon und erkundigten sich nach der Möglichkeit einer Ausbildung. Es
wurde vorerst ein einwöchiges Praktikum vereinbart. Dieses Praktikum haben dann
„beide Seiten“ bestanden und Timo erhielt einen Ausbildungsvertrag.
Klempner ist ein typischer Metallbearbeitungsberuf. Typische Tätigkeiten von Timo sind
also schneiden, runden, abkanten, profilieren, nieten, falzen, löten, schweissen und
fügen. Wobei fügen hier nicht heisst, dass Timo alles mit sich machen lässt, sondern
fügen bedeutet in der Metallersprache verbinden.
Ein Klempner ist aber nicht nur für Dachrinnen und Rohre im Bereich Fliesswasser und
Abwasser zuständig. Er fertigt auch Blechfassaden und Blechdächer. Und wer eine
künstlerische Ader hat, für den gibt es im Bereich der Handwerkskunst ebenfalls
Aufträge. Und auch für diesen Beruf gilt: In der Werkhalle wird in der Regel vormontiert
und auf der Baustelle erfolgt dann die Endmontage. Und die erfolgt oft auch auf dem
Dach. Klempner sind inzwischen fast so gute Kletterer wie Dachdecker.
Neben den Metallbearbeitungsmaschinen, seien es mechanische oder elektronisch
gesteuerte, braucht man für die Ausübung dieses Berufes auch noch einiges Werkzeug:
Spenglerhammer, Deckzangen, Flachzangen, Polierhammer, Schweifhammer,
Stemmeisen, normale und übersetzte Blechscheren, die für stärkeres Material benötigt
werden. Auch Rundsscheren zeigt Timo uns, eine Schere, die fast von alleine im Kreis
schneidet.
Die Ausbildung zum Klempner dauert dreieinhalb Jahre. Das erste Jahr hatte Timo die
übliche Berufsschulzeit von eineinhalb Tagen die Woche. Seit er im zweiten Lehrjahr ist,
hat er Blockunterricht in einer Landesfachklasse in Ulm. Alle zwei Monate besucht er
einen Block, der vier Wochen dauert.
Mehr über Timo und seine Arbeit als Klempner-Azubi kannst Du erfahren, wenn Du die
mp3-Datei anhörst!
Die Audiodaten sind im MP3-Format
abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt
man einen MP3 fähigen Player den Du hier runterladen
kannst.
Vom Schneiden, Biegen und Fügen
Wir bedanken uns beim Ausbildungsbetrieb

Blechnerei Schächtle
Macairestrasse 4
78467 Konstanz
www.blechdach.de
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